Langenbielau / Bielawa - Polen.

Langenbielau / Bielawa ist eine Stadt in der polnischen Woiwodschaft Niederschlesien. Ab 1290/91 gehörte Bielau zum neu gegründeten Herzogtum Schweidnitz. Wegen seiner großen Ausdehnung war es bereits 1305 in Ober- und Unter-Bielau aufgeteilt. 1368 fiel Bielau erbrechtlich an den böhmischen König Wenzel - der säkularische Teil von Bielau wurde an ritterliche Personen verlehnt, deren Nachfolger auch die Gerichtsbarkeit und andere Privilegien über den ganzen Ort erwarben. Seit dem 16. Jahrhundert erlangte die Hausweberei wirtschaftliche Bedeutung, da die Heimweber billiger arbeiteten als die in der Zunft zusammengeschlossenen Weber. Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Langenbielau mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. Seit Anfang des 18. Jahrhunderts war Langenbielau ein Zentrum der Baumwollweberei. Für das Jahr 1800 sind 282 Weber und 372 Webstühle belegt. Die 1805 in Langenbielau gegründeten Dierig-Werke wurden zum größten Textilunternehmen in Schlesien. Wegen der bedrückenden Arbeitsbedingungen der Heimweber kam es vom 3. bis 6. Juni 1844 im benachbarten Peterswaldau zu einem Weberaufstand, der sich auch nach Langenbielau ausbreitete. Der Aufstand wurde 1892 in Gerhart Hauptmanns Schauspiel Die Weber dargestellt; schon 1845 schrieb Heinrich Heine das Gedicht "Die schlesischen Weber" zu schreiben. Um 1930 befanden sich in Langenbielau zwei Spinnereien, etwa 30 Textilfabriken, 18 Färbereien u. a. Betriebe der Textilherstellung. 1939 bestand Langenbielau aus 19.924 Einwohnern. Nach dem Krieg wurden die Dierig-Textilwerke in Bielaw verstaatlicht und arbeitete als staatliche Fabrik für Baumwollprodukte Nr. 1 weiter - ab 1950 hieß die Fa. n Bielawskie Zakłady Przemysłu Bawełnianego im. 1992 wurde die Textilfirma Bielbaw in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, die 2008 in die Insolvenz ging; die Markenrechte wurden verkauft. Heute leben in Bielawa auf einer Fläche von 36,2 km² ca. 30 000 Einwohner*innen.

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